Dienstag, 15. Mai 2012

Ja, Du bist furchtbar!


Wohin man schaut, überall buhlt man um Aufmerksamkeit. Um deine! Man will dich, man reißt sich um dich. Doch worum genau geht es? Um dich. Dass Du dich in dir selbst findest. Dich auf dich konzentrierst. Und darum wirst Du gejagt: Von Gurus, von Esoterikern, Heilern, Sehern, Rückführern, Traumdeutern, Personal Trainern, NLPlern... Kein Versicherungsmakler ist so hartnäckig!
Unglaublich: Gerade die Leute, die einem das Innerste zeigen wollen, konzentrieren sich auf andere, um sie zu leiten. Am besten zu sich (bzw. das Geld auf ihr Konto). Egoismus als Verkaufsschlager. Am besten ist, man hört auch ansonsten auf, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Grübelei ist kein Lebensweg!

Man sollte sich die Gruppen der Esoteriker, Selbstfinder und anderer Erleuchteter mal anschauen: Sie sind durch die Bank eher unsympathisch. Zum Beispiel die Yoga-Gruppe im Stadtpark. Erst beschimpften sie die Leute mit Hund (weil ein anderer Hund wohl gewisse Geschäfte auf der Lieblingswiese gemacht hatte), stritten sich mit einem Freßbudenbesitzer ob der hohen Preise und wirkten ganz allgemein gesagt eher unzufrieden. Ich vertrete nunmehr die These, dass Leute, die sich vor allem mit sich selbst beschäftigen, unsozial sind, ja, geradezu abstoßend! Diese Personen fühlen sich anderen überlegen. Allein aufgrund der Tatsache, zu einem Kreis zu gehören, der sich mit sich selbst beschäftigt - eine elitäre Angelegenheit. Überhaupt: Man prüft seinen Körper und Geist, klopft ihn ab, formt ihn "neu", entdeckt sich selber und entwickelt ein Ego von einer Größe, dass 10 normale ohne Probleme hineinpassen würden.

Alleine schon manche Aussagen! "Erst wer sich selbst liebt, kann andere lieben!" DAS GENAU IST DAS VERFICKTE PROBLEM!!! Sich selber nicht ausstehen können und darum denen folgen, die dich lehren wollen! Du bist entsetzlich, anstrengend, unerträglich - zu Recht! Du lässt dir sagen, alles Materielle hat keinen Wert, Du predigst allen anderen Verzicht als das reine Leben - und reist mit dem Flugzeug in ferne Welten, um z. B. in Indien sein zu können, dort spirituelle Entdeckungen an sich selber zu machen. Obdachlose und Verhungernde werden dabei nicht wahrgenommen. Wozu auch? Werden doch eh alle reinkarniert... Gut, Du willst eh nicht nach Indien, Du bist je keiner von diesen Idioten. Außerdem sind immer die anderen die Blöden. Du aber lächelst milde vor dich hin, denn Du schwebst über den Dingen. Aufregen? Du doch nicht. Außer vielleicht, wenn ein Haus in deiner Nachbarschaft gebaut wird - ganz ohne auf Feng-Shui zu achten. Deine Schwingungen geraten durcheinander!

Im Grunde ist es doch so: Nicht irgendein Ego ist das Problem. Du bist einfach ein Arschloch. That's it. Hör auf, dich nur um dich selbst zu kümmern, schau dir "die anderen" an. Alle. Die ganze Welt ist ja voll damit! Und nicht alle arbeiten an sich. Nicht jeder kann überhaupt an sich arbeiten. Nimm dir Zeit für deine Umgebung. Erlebe deine Umwelt. Versetze dich in den Menschen gegenüber. Du wirst dich schon nach kurzer Zeit viel perfekter, viel besser fühlen. Und das ganz ohne Egozentrik.

4 Kommentare:

  1. Gegendarstellung falls gewünscht?

    Warum wird ein Mensch, wenn er sagt, dass er sich selbst am meisten liebt , von den meisten Menschen negativ wahrgenommen?

    Ganz einfach! Die Bekenntnis zur Selbstliebe wird oft mit Arroganz oder Überheblichkeit gleichgesetzt! Wenn man sagt, man liebt sich selber am meisten, gehen viele davon aus, dass man immer zuerst an sich selbst denkt, bevor man etwas für andere tut. Doch das stimmt so nicht immer!

    Ist wahre Selbstliebe nicht erst die Voraussetzung dafür, etwas für andere zu tun und um fähig zu sein, andere Menschen wahrhaftig zu lieben? Sollte man sich selber nicht immer an erste Stelle setzten? Vor den Partner, vor die Freunde, vor die Kinder? Kann ich nich nur eine guter Partner, eine gute Freundin und eine gute Mutter sein, wenn es mir ut geht, wenn ich auf meine Bedürfnisse höre, wenn ich mich selber so sehr liebe, dass ich auf mich rücksicht nehme?

    Ich würde immer mit "Ja" antwortet, denn was würde es bedeuten, wenn du dich nicht selbst liebst? Das hieße ja du bist dir egal, bist unglücklich mit dir selber oder dass du dich sogar hasst. Meiner Meinung nach ein wenig erstrebenswerten Zustand, da er dafür sorgt, dass dein Selbstvertrauen nicht hoch genug ist, um für die Dinge einzustehen, die du wirklich willst und die du brauchst um glücklich zu sein.

    Das alles zieht negative Gedankengänge hinterher oder du benötigst jemanden anderen, um dich vollkommen glücklich zu fühlen. Bist du nur etwas wert, wenn jemand dich liebt und dir dadurch beweist, dass du etwas Wert bist?

    Bevor ich selber nich glücklich mit mir, und meiner Situation bin, kann ich keinen anderen glücklich machen, keinen Freund, keinen Partner und auch nicht meine Kinder.

    Deshalb ist die Liebe zu sich selbst vollkommen unerlässlich.


    Damit fasse ich das Thema noch weiter und komme zum daraus resultierenden Punkt, der Eifersucht! Nur Menschen, die sich selber nicht gunug lieben, neigen zur Krankhaften Eifersucht! Eifersucht beim Partner, Neid auf andere, Hass auf jeden dem es "besser" geht. diese Menschen werden niemals wahre liebe finden!

    Wahre Liebe ist aber etwas, was ohne Hintergedanken vonstatten geht. Es ist Liebe um der Liebe selbst willen!

    Dabei kommt es nicht darauf an, dass dich die andere Person auch liebt, sondern es kommt nur darauf an, dass du diese Person liebst.

    Und diese befreiende Liebe ohne Hintergedanken, kannst du nur durch Liebe zu dir selbst erreichen!

    Zuerst Liebe dich selbst,erwarte nichts und dann verschenke deine Liebe an Mitmenschen, die es verdient haben.

    So...Rechtschreibfehler darfst du behalten:-)

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  2. Vielen Dank erstmal für diese Ausführlichkeit. Du hast natürlich recht, was die Liebe zum eigenen Ich angeht. Die rede ich auch nciht schlecht, sondern mehr die Vermarktung der Selbstliebe in Form von Selbstfindungen. Ein Markt, der boomt. Vielleicht habe ich mich etwas überspitzt ausgedrückt, doch denke ich, dass es sinnvoller wäre, mehr mit der Umwelt im Reinen zu leben - denn dann kommt die Liebe zu sich selbst auch viel schneller. Ich forme mein Umfeld durch mein Handeln. Egoismus macht einsam. Und Einsamkeit kann nicht gut für den Menschen sein. Bin ich sozial gefestigt, verkehre ich mit Freunden, Familie, Nachbarn... dann gibt mir das etwas. Und damit auch ein Eigenwertgefühl. Und dieses Eigenwertgefühl ist das Ego, das ich lieben kann, denn es ist echt und nicht künstlich herbeigerufen.

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  3. Ich denke wir sollten das bei gelegenheit nochmal nonverbal ausdiskutieren. Ich zeige dir dann auch gerne wie ich mich selber liebe :-P

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    1. Ja, Du hast völlig recht. Ich leibe deine pragmatischen Lösungsansätze. Ich kann mir das auch überhaupt nicht vorstellen. :)

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